Als Gäste waren kürzlich auch Mitglieder der Abteilung Kultur und Tourismus sowie Bürgermeister Klaus Draeger dabei, als die etwa vier Kilometer lange Wanderung am Kloster Zarrentin vor dem Heimatmuseum startete und entlang des Schaalsees und des Kirchensees über die Halbinsel Strangen führte.
Die Tour wird von Peter Reißig vom Heimatmuseum Zarrentin geleitet, der sich intensiv mit der Geschichte der Halbinsel Strangen beschäftigt hat. Auf der Führung gibt er sein Wissen an interessierte Gäste weiter und macht die Entwicklung des Ortes anhand von historischen Bildern und sichtbaren Spuren im Gelände anschaulich. Die Route beginnt direkt vor dem Heimatmuseum am Kloster Zarrentin, einem weiteren zentralen Punkt der Stadtgeschichte.
Die erzählte Geschichte setzt weit vor der heutigen Zeit an: Bereits im frühen Mittelalter war die Schaalsee-Region besiedelt. Spätestens im 8. Jahrhundert ließen sich slawische Stämme in der Region nieder; auch der Name Zarrentin hat einen wendischen Ursprung. Ein zentrales Kapitel der Führung ist die Besiedelung der Halbinsel Strangen. Bis ins frühe 20. Jahrhundert war sie nur umständlich oder per Fähre zu erreichen. 1911 ließ der Zarrentiner Apotheker Paul Brath den Damm anlegen, um die Halbinsel und die dortigen Gebäude besser mit Zarrentin zu verbinden. Ein Gedenkstein vor Ort erinnert heute an ihn.
Auf der Tour wird die Nutzung der Strangen im 20. Jahrhundert lebendig: von einem Naherholungsgebiet mit Restaurant und Ferienhäusern über eine Entenfarm bis hin zu den einschneidenden Veränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg. In den 1960er Jahren wurden im Zuge der Grenzsicherung der DDR zahlreiche Gebäude geschleift, das Gebiet wurde Teil des streng bewachten Grenzsperrgebiets. Anhand historischer Bilder zeigt Peter Reißig, wie sich die Bebauung entwickelte und wieder verschwand; Fundamente, Treppenreste und Mauerfragmente im Gelände zeugen noch heute von der früheren Nutzung.
Nach der Grenzöffnung wurde das Gelände in den 1990er Jahren wieder der Natur übergeben und ist heute Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Schaalsee. Die Halbinsel Strangen selbst ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen und bietet geschützte Lebensräume für heimische Tiere und Vögel. Die Führung macht deutlich, wie ehemals besiedelte und militärisch genutzte Flächen von der Natur „zurückerobert“ wurden.
Die geführte Wanderung entlang der Strangen ist nicht nur für Gäste, sondern auch für Einheimische eine spannende Unternehmung: Sie verbindet lokale Geschichte, Zeitgeschichte und Naturerlebnis auf einer kompakten Route. Nach der gemeinsamen Teilnahme an einer der ersten Führungen zeigten sich die Mitglieder der Abteilung Tourismus und Veranstaltungen sowie Bürgermeister Klaus Draeger begeistert von den Erzählungen und den Einblicken in die Vergangenheit der Halbinsel Strangen durch Peter Reißig.
Interessierte können die Führung über die Abteilung Kultur und Tourismus buchen. Die Führung kostet 30 Euro zzgl. 3 Euro pro Teilnehmer (mindestens 6 Teilnehmer, maximal 20 Teilnehmer pro Führung). Buchungen unter E-Mail: kultur@zarrentin.de.